‹--
Übersicht
--›

Holunder, Schwarzer

Taxonomie

Spermatophyta ⇛ Magnoliopsida ⇒ Dipsacales → Caprifoliaceae (Geißblattgewächse)

Botanischer Name

Sambucus nigra

Volksnamen

Elderbaum, Flieder, Holder, Holler, Husholder, Keilken, Kisseke, Schwarzholder, Schwitztee

Galerie

Bild1Bild2Bild3Bild4Bild5Bild6Bild7Bild8Bild9Bild10Bild11

Beschreibung

Der Holunder ist ein bis zu 10 m hoher Strauch oder Baum. Der Stamm ist leicht zu brechen und ist innen hohl. Die warzenartige Rinde riecht eher unangenehm. Die unpaarig gefiederten Blätter und schirmartigen Blütendolden sind an den Ästen und Zweigen gegenständig angeordnet. Aus den weißen Blüten bilden sich später die schwarz-violetten Früchte.

Lebensraum

Gärten, Nähe von Stallungen, Bachufer, Wegränder, Wälder, Hecken, Gebüsch, Schuttplätze

Blütezeit

Jan
Feb
Mar
Apr
May
Jun
Jul
Aug
Sep
Oct
Nov
Dec
 

Sammelzeit

Jan
Feb
Mar
Apr
May
Jun
Jul
Aug
Sep
Oct
Nov
Dec
 

Verbreitung

Europa

Verwertbare Teile

Blüten, Früchte, Blätter

Verwendung

Holunder verbinde ich in erster Linie mit Schwitzen und als Zweites denke ich an den leckeren Holundersaft, den ich jedes Jahr im Herbst einkoche.
Wenn es um grippeähnliche Erkrankungen geht oder um Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten, findet Holunder hier sein Haupteinsatzgebiet. Die Blüten als Tee oder in Teemischungen, ist ein gutschmeckendes und von der Wirkung schweißtreibend wirkendes Getränk. Es treibt den Kreislauf an und wirkt so tonisierend. Auch Blätter finden als Tee zubereitet ihre Anwendung bei Wasserstauung im Körper und Stuhlträgheit. Aus den Früchten lässt sich der wohlschmeckende Holundersaft zubereiten, der in der Volksmedizin, ebenfalls wie bei den Blüten, Anwendung bei Grippe findet. Dazu soll er aufgewärmt serviert werden.
In der heimischen Küche kann man hervorragende Backerzeugnisse herstellen.
Achtung! Die Früchte nicht roh essen, da der Genuss zu Erbrechen führt.

Küchen & Outdoor

Blüten als Aufguss, gebacken als Kiachle, Erfrischungsgetränk, als Wein; Beeren als Kompott, Saft, Wein, Gelee

Anwendung

Tee, Saft, Marmelade, andere Leckereien wie Kiachle oder Sirup

Wirkung

nach Verzehr roher Früchte: Erbrechen, Übelkeit
Die Ursache der schweißtreibende Wirkung konnte bis jetzt wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, da der entsprechende Wirkstoff dazu fehlt. Man geht davon aus, dass das Trinken des Heißen Tees die Ursache dafür ist. Auf alle Fälle bei grippeähnlichen Erkrankungen genau das Richtige.

Erste Hilfe

primäre Giftentfernung, eventuell Arzt aufsuchen

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, Glycoside, Flavonoide, Gerbstoffe, Vitamine, Mineralien, ein Blausäure abspaltendes Glykosid in den rohen Früchten, Harz

Geschichtliches

Holunder wird schon seit sehr langen Zeiten verwendet. Bei Ausgrabungen wurden die Samen in Siedlungen gefunden. Wenn man sich heute genauer umschaut, wächst der Holunder besonders dort, wo sich menschliche Behausungen befinden. Der Mensch hat sich also schon immer diese Strauchpflanze in seine Nähe geholt.

Verwechslung

Zwerg-Holunder, siehe auch Roter Trauben-Holunder